Regio Appenzell AR - St.Gallen - Bodensee Dezember 2018
Der Fahrplanwechsel: Quantensprünge und Luft nach oben
Der Fahrplanwechsel vom vergangenen Wochenende brachte für unsere Region einige Verbesserungen, teilweise sogar Quantensprünge. Das grosse Sorgenkind bleibt indessen die S-Bahn im Agglomerationskern. 

Wichtige Entwicklungsschritte im Fernverkehr
  • Amriswil und Romanshorn erhalten neu alle 30 Minuten eine Verbindung Richtung Zürich.
  • In Romanshorn wurden die Anschlüsse an die Seelinie verbessert.
  • Zwischen St.Gallen, Romanshorn und Konstanz verkehrt der Schnellzug neu im Stundentakt.
  • Rorschach ist neu mit einem direkten Zug Richtung Zürich verbunden.
  • Zwischen St.Gallen und Zürich wurde das so genannte 4-Zugs-Konzept eingeführt. Es bringt einen sauberen Halbstundentakt für das Fürstenland (Flawil, Uzwil). Der Intercity ohne Halt zwischen St.Gallen und Winterthur verkehrt neu halbstündlich, vorerst zur Hauptverkehrszeit.
Der Bahn-Vollknoten St.Gallen und damit die Verkürzung der Fahrzeit St.Gallen-Zürich von ca. 60 auf 50 Minuten hat nun – nach jahrelangem Weibeln der REGIO und weiteren Mitstreitern – definitiv Eingang in die Anfang November überwiesene Botschaft des Bundesrats für den Bahnausbauschritt 2030/35 gefunden. Damit wird ein Quantensprung greifbar. Das eidgenössische Parlament berät die Vorlage 2019.
Durchmesserlinie Appenzeller Bahnen
Der Ausbau des AB-Bahnhofs St.Gallen schliesst die beiden Strecken Trogen-St.Gallen und Appenzell-St.Gallen zusammen und ermöglicht damit die Fahrt durch das Stadtzentrum St.Gallen ohne Umsteigen. Der neue Ruckhaldentunnel ermöglicht zudem ab März 2019 den Viertelstundentakt zwischen St.Gallen und Teufen. Die beiden Projekte des Aggloprogramms sind Meilensteine im Ausserrhoder öV.
Bild: Appenzeller Bahnen
Treten an Ort bei der S-Bahn im Agglomerationskern
Der S-Bahn Ausbauschritt 2013 hat für unsere Region wesentliche Verbesserungen gebracht. Die Bedienung der Bahnhöfe im Agglomerationskern hat sich hingegen in den letzten Jahren kaum positiv entwickelt: Mit dem neuen Fahrplan 2019 wird in etwa wieder der Stand von vor 2013 erreicht.
Nur für Winkeln und Bruggen wird es leicht besser. Winkeln erhält neu einen sauberen Halbstundentakt (2019), Bruggen einen Halbstundentakt mit Lücken (2019) gegenüber einem Hinketakt (vor 2013). In Haggen wurde der 2013 eingeführte Viertelstundentakt wieder zu einem 15/30-Minuten-Takt abgebaut. Wittenbach erfährt bis mindestens 2021 einen Anschlussbruch zwischen S-Bahn und Fernverkehr.
Das Versprechen aus der kantonalen Abstimmungsvorlage zur S-Bahn 2013 bleibt eine Verheissung: „In der Region um St.Gallen werden die Voraussetzungen für einen Viertelstundentakt geschaffen.“ Die REGIO setzt sich deshalb mit Nachdruck für zeitnahe Verbesserungen ein. Die S-Bahn muss ihre Rolle als Impulsgeber für kantonal bedeutende Arbeitsplatzgebiete wie St.Gallen West/Gossau Ost oder St.Fiden wahrnehmen.
Busnetz: Agglo-öV-Konzept weitgehend umgesetzt
Mit dem Fahrplan 2014 wurden mit dem Seebus-Konzept und dem neuen S-Bus Arbon-St.Gallen bereits erste Meilensteine erreicht. Seit Sonntag sind weitere Elemente des Agglo-öV-Konzepts Realität:
  • Die neue Schnellverbindung Abtwil-St.Gallen
  • Die neuen Verknüpfungen von Stadtbuslinien in St.Gallen bringen Direktverbindungen aus einigen Quartieren zum Marktplatz
  • Der Viertelstundentakt für Tübach und Steinach durch neue Linienführungen
  • Der integrale Halbstundentakt für die Städteverbindung Amriswil - St.Gallen
  • Der Halbstundentakt am Sonntag auf den Linien St.Gallen-Arbon und St.Gallen-Mörschwil-Tübach-Steinach-Horn
  • Der Halbstundentakt für Andwil und Arnegg mit neuer Linienführung
  • Der Halbstundentakt (in den Hauptverkehrszeiten) für Waldkirch und Bernhardzell mit der neuen Linie Wittenbach - Waldkirch-Arnegg
  • Die Linien in der Stadt St.Gallen wurden neu nummeriert und die Lesbarkeit des Busnetzes damit verbessert
Diese Anpassungen sorgen für ein deutlich besseres Angebot und eine höhere Benutzerfreundlichkeit. Damit wird das öV-Konzept aus dem Aggloprogramm der 2. Generation zu einem grossen Teil umgesetzt. Weitere Elemente zur vollständigen Umsetzung sind ab 2021 geplant. Darunter der Halbstundentakt der Linie Herisau-Hundwil-Stein-Lustmühle mit Anschlüssen auf die Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen, Weiterentwicklungen des Angebots auf dem Korridor St.Gallen-Roggwil/Steinach-Arbon, beim Seebus und den starken Stadtachsen in St.Gallen.
Während Jahren 10% weniger Kapazität – Chancen und Ideen für Unternehmen
Am Impulsanlass „Betriebliches Mobilitätsmanagement“ im November informierte Markus Weber vom ASTRA aus erster Hand über die bevorstehende Instandsetzung der Stadtautobahn St.Gallen. Sie wird über mehrere Jahre zeitweise bis zu 10% Kapazitätseinschränkungen verursachen. Um die Erreichbarkeit von Unternehmen sicherzustellen, bietet sich Mobilitätsmanagement an. Daniel Oehry gab Einblicke aus der Praxis des Mobilitätsmanagements des Industriebetriebs Hilti AGCLEMO-Mobilitätsberater Daniel Schöbi präsentierte das vorhandene Beratungsangebot für Unternehmen. Der Handlungsbedarf wurde klar erkannt und aus der Runde der Teilnehmenden kam sehr positives Feedback.

Praxisbeispiele und mögliche Massnahmen für Unternehmen sind auf www.clemo.ch aufgeschaltet.
Bild: Ralph Ribi, St.Galler Tagblatt
Veranstaltungshinweise
Einblick in die Holzmodulproduktion: Besichtigung und Führung bei Blumer-Lehmann. 18. Dezember 2018 und 9. Januar 2019, 15 Uhr, Blumer-Lehmann AG, Veranstalter: Blumer-Lehmann / Lattich, Informationen und Anmeldung

2. St.Galler New Work Forum
:
"Digital Human Work - eine Utopie?" 9. Januar 2019, ab 8 Uhr, Olma Messen St.Gallen, Veranstalter: FHS St.GallenInformationen und Anmeldung
Regio Appenzell AR - St.Gallen - Bodensee
Geschäftsstelle
Blumenbergplatz 1
9000 St.Gallen

Tel: 071 227 40 70
info@regio-stgallen.ch
Newsletter Abmeldung